Kurzreise vom 11.5. bis 18.5.2026
Nachdem wir schon 3 Mal mit dem Motorrad auf Korsikas Straßen unterwegs waren, wollten wir es dieses Mal etwas gemütlicher und bequemer angehen - per Busreise!
Ab Echterdingen ging es zügig Richtung Livorno, wo wir in der Nähe für die erste Nacht eine Zwischenübernachtung hatten.
Am nächsten Morgen konnten wir das kleine Städtchen Pietrasanta erkunden, um dann später nach Livorno zur Einschiffung auf die Fähre nach Bastia zu fahren.
Leider konnte die Fähre nicht wie geplant am Vormittag nach Korsika in See stechen - ein starker Sturm mit ordentlich Seegang verhinderte die Abfahrt.
Wir mussten den Nachmittag über sinnlos in Livorno herumsitzen und anschließend im Bus noch lange im Fährhafen auf die Einschiffung warten - obwohl es der Reiseleitung schon am frühen Morgen bekannt war, dass die Fähre wegen des Sturms frühestens am Abend würde auslaufen können und unser Busfahrer eine Fahrt ins nahegelegene Pisa vorgeschlagen hatte!!! Der Veranstalter aber hatte "NEIN" gesagt!
Erst gegen 18 Uhr ging es dann endlich los - der erste Tag auf Korsika mit Fahrt zum Cap Corse und kurzem Rundgang in Bastia war also hinfällig!!
Als Ausgleich für die "Umstände" gab es vom Veranstalter Gutscheine für eine Mahlzeit und ein Getränk in der SB-Caféteria der Fähre - diese wurden nur von einigen Reiseteilnehmern eingelöst -- hoher Seegang und die üblichen Begleiterscheinungen!!
Wir kamen total erschöpft gegen 2:15 Uhr nachts im Hotel an...
Wer da nicht auf der Fähre trotz hohen Wellenganges vorgesorgt hatte, durfte nun eine Zwangs-Null-Diät einlegen - im Hotel gab es nichts mehr zu futtern...
Der nächste Tag bescherte uns gutes Wetter - leider wurden die geplanten Besichtigungen in Calvi und L'Île-Rousse abgesagt, weil der Fahrer seine Lenk- bzw. Ruhezeiten einhalten musste und wir deshalb erst gegen 10 Uhr losfahren konnten!!
Wir fuhren dann durch die Balagne und das zentrale Hochgebirge direkt nach Corte, wo wir mit dem Tourizügle hoch zur Festung gerumpelt sind.
Nach der Mittagspause in einem netten kleinen Lokal ging es dann weiter
nach Ajaccio, der Hauptstadt der Insel.
Wir hatten 2 Stunden Zeit, um in Ajaccio zu bummeln und eine Kleinigkeit zu essen -- aber der Himmel wurde immer grauer und wir konnten gerade noch trockenen Fußes in unser Hotel am Stadtrand von Ajaccio kommen - allerdings lag dieses an einer steilen Bergstraße, sodass die Koffer erstmal 200 Meter den Berg hochgeschleppt werden mussten, da die Straße für den Bus unbefahrbar war. Aber was uns nicht umbringt...
Am nächsten Morgen durften wir die Koffer natürlich wieder den Berg hinab rollen (sie wären auch alleine hinunter gerollt....), um die nächste Station - Sartène - zu erreichen, wo uns das schlechte Wetter mit Regen und kühlen Temperaturen erwischte.
Wir fanden ein trockenes und warmes Plätzchen in einem kleinen Café und warteten den Regenschauer ab, bevor wir doch noch ein paar Motive einsammeln konnten.
Die Fahrt ging weiter nach Bonifacio, wo wir erneut ein Touristenzügle hoch zur Altstadt und Festung nahmen. Nach Rundgang und kurzer Kaffeepause eilten wir in gestrecktem Galopp zum Fähranleger, wo wir gegen 17:30 Uhr endlich mit der Fähre nach Santa Teresa auf Sardinien übersetzten - dieses Mal bei ruhigem Seegang!!!
Wir hatten nun noch ein kurzes Stück zu fahren und kamen zu unserem Hotel in Palau - einer großen Ferienanlage mit Pool und sehr gutem Essen.
Das Wetter wurde leider nicht dauerhaft besser, als wir uns am nächsten Tag nach Castelsardo aufmachten - zum Glück mussten wir nicht im Regen hoch in die Altstadt laufen, sondern wurden per Shuttlebus (rappelvoll!!!) hoch gekarrt.
Nach einem feuchten Rundgang und einigen gräulichen Schnappschüssen, fanden wir zwei Spürnasen ein kleines Lokal, das eigentlich noch nicht geöffnet hatte, aber die Besitzerin ließ uns trotzdem ein und zeigte uns stolz ihr kleines Reich mit Lokal im tollem Gewölbekeller aus dem 13. Jahrhundert. Hier konnten wir einen Espresso und einen Americano für 4,00 Euro (!!!) genießen. Wie heißt es so schön: wie man in den Wald hinein ruft, schallt es zurück! Die Besitzerin freute sich sehr über unser Interesse und ließ uns bereitwillig Photos machen von ihrer "casa fantastico", wie sie selbst meinte! Stimmt!
Das nächste Ziel war Alghero, wo wir vom großen Busparkplatz aus in die Altstadt "entlassen" wurden... Von wegen Führung!!! Unser "Reiseleiter" Michele hatte keine Ahnung von irgendwas - er machte die gesamte Tour zum ersten Mal (auch der Busfahrer war zum ersten Mal für diese Reise eingesetzt, dies nur am Rande... Wir beide kannten uns auf beiden Inseln besser aus als die Guides unseres Reise-Unternehmens!).
Also machten wir uns lieber selbstständig auf den Rundgang, da wir auf einer Motorrad-Reise ja vor Jahren schon mal in Alghero übernachtet hatten und im Ort schon ein wenig Bescheid wussten.
Auch für diese Mittagspause fanden wir mit Glück ein Tischchen für zwei in einem netten Lokal und Renate genoss hervorragende Penne al Pomodoro - Wolfgangs Pizza dagegen war nicht der Hit!
Auf der Weiterfahrt kamen wir auch an einem der must-have-seen-Punkte vorbei: dem Roccia dell' Élefante, einem von Wind und Wasser entsprechend geformten Felsen.
Am nächsten Tag war der erste Stopp an der Karstquelle Sorgente So Gologone - einem Quelltopf vergleichbar mit unserem allseits bekannten Blautopf (nur "etwas kleiner", ein sardisches Blautöpfle, sozusagen...)
Danach kamen wir in das Bergdorf Orgosolo - bekannt für seine zahlreichen Murales (Wandmalereien) mit politischem Hintergrund.
Da wir nicht mit den anderen 90 Reiseteilnehmern durch das Dorf geschoben werden wollten, setzten wir uns (wieder) ab, schauten uns alles ganz in Ruhe selbst an und fanden ein kleines Café mit 2 Tischchen und 9 Stühlen (eigentlich für die Einheimischen, die sich dort lauthals am Spielautomaten stritten, aber man gewährte uns freundlich Unterschlupf und caffè).
Am Nachmittag gab es einen "Bauernschmaus" auf einem Bauernhof mit Käse, fetter Wurst und noch fetterem Speck, Fladenbrot, Pasta, Rotwein, Löffelbiskuits und Schnaps -- wohl bekomm´s...
Die Möglichkeit zum Erwerb der landwirtschaftlichen Erzeugnisse (Öl, Speck...) wurde von manchen Teilnehmern gleich gerne und ausgiebig genutzt!
Danach ging es wieder zurück in unser schönes Hotel in Palau. Allerdings war es inzwischen abends so kühl, dass wir beschlossen, nicht mehr wie bisher im Innenhof, sondern im Speisesaal zu essen.
Am nächsten Tag gab es einem Sprung in die Bronzezeit - wir besuchten die Nuraghe La Prisgiona, einen recht gut erhaltenen (restaurierten) Wehrturm mit Grundmauern einiger Häuser rund herum.
Angeblich sollte es eine Toilette am Busparkplatz geben -- dies war ein fake!! Für 90 Reisende stand nur das Freiluft-Natur-WC im Wäldle zur Verfügung und das anschließende Auspark-Chaos am Busparkplatz, wo sich mehrere Busse gegenseitig behinderten, war wirklich Schauspiel genug für diesen Tag!! Das Rangieren war Millimeterarbeit - ein Lob jedem Fahrer, der das ohne Blechschaden schafft!
Zum Glück kamen wir anschließend in das nette Bergdörfchen San Pantaleo, wo die "dringenden" Geschäfte in mehreren Bars erledigt werden konnten (eine Reiseteilnehmerin regte sich aber auf, dass sie "einen Euro fürs WC" bezahlen musste!!! Passt super ins "deutsche" Image! Für 1,60 € hätte sie "austreten" können und noch einen Espresso bekommen!!!)
Wir fuhren weiter an die Costa Smeralda und Porto Cervo - dem Hotspot der Reichen und Schönen und Abschluss der Reise.
Zitat aus ChatGPT:
Ende der 1950er Jahre entdeckte der junge Karim Aga Khan die damals abgelegene Nordostküste Sardiniens. Die Region war landschaftlich spektakulär, wirtschaftlich aber sehr arm. Begeistert von den Buchten und dem türkisfarbenen Wasser begann er gemeinsam mit internationalen Investoren große Flächen Land zu erwerben. 1962 gründete er das Consorzio Costa Smeralda, das die Entwicklung der Region steuern sollte.
In Porto Cervo stiegen wir wieder in das Tourizügle und wurden durch das weitläufige Städtchen gefahren, um anschließend Freizeit zu haben.
Wir machten es uns mit einigen anderen Reisenden bei Aperol Spritz und Limoncello Spritz nach einem Küstenspaziergang gemütlich und verbrachten die letzten Stunden bei herrlichem Wetter an der Costa Smeralda.
Abends ging es wieder auf die Fähre und zurück nach Livorno - mit Außenkabine!
Nach einer ruhigen Überfahrt mussten wir um 6:00 Uhr zum Frühstück antreten, um 7:00 Uhr war die Ausschiffung.
Danach ging es auf die lange Fahrt zurück nach Echterdingen.
Anscheinend war unser Busfahrer doch auch etwas "geschafft" - unterwegs streifte er eine Straßenbegrenzung aus Beton und fuhr - trotz zweier mächtiger Schläge - ungerührt weiter und besah sich den Schaden erst später beim ersten Stopp in Singen. Er selbst schätzte den Schaden auf 7 - 8.000 Euro, da eine lange Schramme längs der gesamten Busseite zu sehen war...
Um 23:15 Uhr kamen wir schließlich mittels Shuttle und Taxi dann doch heil wieder daheim an und brauchten kein Schlafmittel, um endlich zur Ruhe zu kommen.
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FAZIT: Wenn einer eine Reise tut, hat er was zu erzählen...
Nachdem Wolfgang die katastrophale Reiseleitung schon von unterwegs aus per e-mail beim Veranstalter reklamiert hatte, gab es einen Reisegutschein von Euro 50,- pro Nase...
Ob wir diesen nützen wollen, ist jedoch fraglich - nach den Erlebnissen auf dieser Tour...
Wir nennen hier keinen Namen des Veranstalters - wer es wissen will, kann uns gerne ansprechen.
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--- und nun nochmals kurze Rückblicke: